Erasmus+-Leitfaden · Akkreditierung
Der Erasmus-Plan: Was die Bewertenden tatsächlich beurteilen
Aktualisiert für den Aufruf 2026 · Verfasst von der Trainerin bzw. dem Trainer, die bzw. der ihn vermittelt
Der Erasmus-Plan bildet den Kern eines Akkreditierungsantrags — der Programmleitfaden definiert ihn als den Plan, der bestätigt, dass Sie hochwertige Mobilitätsmaßnahmen umsetzen können als Teil einer umfassenderen Entwicklungsarbeit. Dieser letzte Teil ist entscheidend: Die Bewerter bewerten keine Wunschliste von Reisen, sondern ob die Mobilität einer Entwicklungsstrategie dient, über die Ihre Organisation tatsächlich verfügt.
Die Bewertung macht das konkret. Von den insgesamt 100 Punkten entfallen auf den Erasmus-Plan 90:
| Kriterium | Maximale Punktzahl | Die dahinterstehende Frage |
|---|---|---|
| Relevanz | 10 | Ist diese Organisation für eine Akkreditierung geeignet? |
| Plan: Ziele | 40 | Reagieren die Ziele auf konkrete, benannte Bedürfnisse? |
| Plan: Aktivitäten | 20 | Sind die Zahlen und Profile realistisch? |
| Plan: Management | 30 | Wird dieser Plan in der Realität bestehen – auch bei Personalwechseln? |
Schwellenwert: insgesamt 70 und in jeder Kategorie mindestens die Hälfte der Höchstpunktzahl. Eine Bewertung von 38/40 bei den Zielen kann eine Bewertung von 10/30 beim Management nicht ausgleichen.
Bewertete Ziele (die Kategorie mit 40 Punkten)
Die eigenen Kriterien des Leitfadens besagen, dass die Ziele „klar und konkret auf die Bedürfnisse des Antragstellers sowie seiner Mitarbeitenden und Lernenden eingehen“ und „realistisch und hinreichend ambitioniert“sein müssen, mit geeigneten, konkreten Vorkehrungen zur Fortschrittsüberwachung. In die Schreibpraxis übersetzt:
- Benennen Sie das Bedürfnis vor dem Ziel. Nicht „digitale Kompetenz verbessern“, sondern „unsere 2025 interne Umfrage zeigt, dass 24 von 31 Lehrkräften die Tablets der Schule nie verwenden; bis 2028 nutzt jede Abteilung sie wöchentlich“. Eine außenstehende Person sollte überprüfen können, ob Sie dieses Ziel erreicht haben.
- Versehen Sie jedes Ziel mit einer Zahl und einem Datum. „Realistisch und hinreichend ambitioniert“ wird bewertet – geben Sie den Bewertern einen Maßstab für die Ambition: Ihre Größe und Ihren Ausgangspunkt.
- Verknüpfen Sie jedes Ziel mit einer konkreten Monitoring-Routine, nicht mit einem allgemeinen „Wir werden jährlich evaluieren“. Wer prüft was und wann?
Ein funktionierendes Muster: Bedürfnis (Nachweis) → Ziel (Zahl + Datum) → Beitrag der Mobilität → woran Sie den Erfolg erkennen. Vier Sätze pro Ziel. Bewerter lesen Dutzende Anträge; erfolgreich sind diejenigen, die leicht überprüfbar sind.
Aktivitäten (20 Punkte): die Realitätsprüfung
In dieser Kategorie wird geprüft, ob die Anzahl der Teilnehmenden realistisch ist und ihre Profile relevant sind. Der klassische Fehler besteht darin, die Zahlen aufzublähen, um ambitioniert zu wirken – Ambition wird jedoch unter den Zielenbewertet; hier kostet ein für die Größe Ihrer Organisation unrealistisches Volumen Punkte. Schätzen Sie anhand Ihrer Mitarbeiterzahl und Personalfluktuation und erklären Sie dies.
Management (30 Punkte): Hier scheitern gute Pläne
Die Kriterien verlangen eine klare Aufgabenverteilung, ausreichende Ressourcen, die Einbindung der Leitung der Organisation, die Integration der Ergebnisse in die tägliche Arbeit – sowie einen Punkt, den die meisten Antragsteller übersehen: Kontinuität, falls Schlüsselpersonen die Organisation verlassen. Wenn Ihr gesamter Plan im Kopf einer engagierten Koordinationsperson steckt, halten Sie fest, wie er deren Weggang übersteht. Dieser Satz bringt Punkte.
Worauf Sie sich stützen dürfen
Die Einholung von Ratschlägen bei Bildungsbehörden, erfahrenen Partnerorganisationen und Experten wird ausdrücklich empfohlen. Sie können den Antrag mit Ihren bestehenden Strategiedokumenten unterstützen – etwa einer Internationalisierungsstrategie oder einem Entwicklungsplan Ihrer Aufsichtsbehörde. Nutzen Sie diese Möglichkeit.
Die rote Linie: Ihr Antrag enthält eine eidesstattliche Erklärung, dass sein Inhalt eigenständig erstellt wurde und niemand Externes für das Verfassen bezahlt wurde. Ein Verstoß führt zum Ausschluss und zur Rückzahlung durch Ihre Organisation. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihren Antrag selbst verfassen. Wir werden ihn niemals für Sie schreiben, und Sie sollten diese Leistung auch von niemandem kaufen.
Häufige Fragen
Wie viele Jahre sollte unser Erasmus-Plan abdecken?
Zwischen zwei und fünf Jahren — Sie entscheiden. Kürzere Pläne lassen sich leichter realistisch halten; fünfjährige Pläne eignen sich für Organisationen mit einer stabilen Internationalisierungsstrategie. Ein genehmigter Plan bleibt gültig, bis Ihre nationale Agentur eine Aktualisierung genehmigt.
Müssen wir jede künftige Aktivität detailliert aufführen?
Nein. Sie benötigen Ziele, die auf konkret benannte Bedürfnisse eingehen, eine für Ihre Organisationsgröße realistische Schätzung der Teilnehmendenzahl und Regelungen für das Management. Präzise Aktivitätslisten werden später Jahr für Jahr in jedem jährlichen Zuschussantrag erstellt.
Können Konsortiumsmitglieder beim Verfassen des Plans helfen?
Bewerber um die Koordination eines Konsortiums dürfen ihre potenziellen Mitglieder bei der Vorbereitung des Antrags konsultieren — der Leitfaden erlaubt dies ausdrücklich. Verboten ist es, eine externe Person für das Verfassen zu bezahlen.
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